Wo liegt der Unterschied zwischen Heilerde und Mineralerde?

Die Begriffe Heilerde und Mineralerde werden häufig synonym verwendet. Das ist grundsätzlich insofern richtig, da Heilerden auch gleichzeitig Mineralerden sind. Allerdings gehören nicht alle Mineralerden zu den Heilerden. Das liegt nicht daran, dass diese keine positive Wirkung auf Haut und Körper erzielen können, sondern hauptsächlich daran, dass der Begriff in der Regel erst dann verwendet werden kann, wenn mit dieser Erde Studien und Versuche stattgefunden haben, welche belegen, dass die Anwendung der Erde einen positiven und unterstützenden Effekt auf die Gesundheit bzw. auf die Schönheit im medizinischen Verständnis haben. In Deutschland gibt es nur wenige Mineralerden, die auch offiziell als „Heilerde“ verkauft werden dürfen.

 

Mineralerde Heilerde UnterschiedWelche Erden gehören zur Heilerde?

Um die Gesundheit und Schönheit zu fördern, eignen sich besonders die Mineralerden der sogenannten Smektitgruppe. Dazu gehören die Heilerden, die sowohl zur Absorption als auch zur Adsorption in der Lage sind. Das bedeutet, dass diese Mineralerden die Fähigkeit haben, Gifte, Schadstoffe und Ähnliches an der Oberfläche anzulagern (Adsorption) sowie diese im Inneren einzuspeichern (Absorption). Praktisch umgesetzt heißt das: Die Erde zieht die Schadstoffe aus der Haut und nimmt sie in sich auf, sodass die „vollgesogene“ Erde einfach abgewaschen werden kann. Es gibt auch Mineralerden, die lediglich zur Adsorption fähig sind. In diesen werden dann zwar die Schadstoffe an der Oberfläche angelagert, aber die Erde nimmt diese nicht in sich auf. Daher gehören alle Heilerden und auch Mineralerden, die zu solchen unterstützenden Prozessen empfohlen werden, zur Smektitgruppe.

 

Die Inhaltsstoffe von Heilerde

Heilerde zeichnet sich durch besonders wertvolle Inhaltsstoffe aus. Am meisten enthalten ist in fast jeder Heilerde Silizium bzw. Kieselsäure. Wir brauchen es zur Strukturierung von Bindegewebe, Knochen, Haaren, Zähnen, den Nägeln, Knorpeln und auch für unser Immunsystem. Ein Mangel an Silizium bewirkt viele unangenehme Symptome wie Haarausfall, Venenschwäche, Arterienverkalkung, Zahnverlust, Zahnfleischschwund oder ein schwaches Bindegewebe.
Calcium ist ebenfalls zu großen Teilen enthalten und ist besonders für unsere Knochen wichtig, ebenso wie für Haare, Zähne, Nägel sowie Nerven- und Muskelzellen. Fehlt Calcium, ist  der Körper in seiner Funktion beeinträchtigt, was den Knochenauf- und Umbau angeht. Osteoporose ist eine der wichtigsten Nebenwirkungen von Calciummangel.
Ebenfalls wichtig für einen gesunden Körper sind Kalium, welches für das Herz, die Muskeln, die Nerven und den Wasserhaushalt des Körpers benötigt werden, sowie Magnesium und Natrium. Magnesium benötigen wir für alle Stoffwechselvorgänge, Natrium um das Gleichgewicht des Säure- und Basenanteils im Körper herzustellen sowie für unseren Wasserhaushalt. Eisen, welches ebenfalls in Heilerde enthalten ist, versorgt unsere Zellen mit Sauerstoff und wird für die Entgiftung und Immunstärkung benötigt. Kupfer wird vor allem zur Bildung von Antikörpern gebraucht und ebenfalls für die Sauerstoffversorgung des Körpers.
Neben diesen Inhaltsstoffen enthält Heilerde unter anderem Cor, Chrom, Fluor, Jod, Mangan, Natrium, Nickel, Zink und Zirkon.

 

Wie wird Heilerde noch bezeichnet?

Mineralerde und Heilerde sind nur zwei der gängigsten Begriffe für diese wertvollen Erdmischungen. Ton, Löss, Lehm, Zeolith, Bentonit, Moor, Torf, Fango, Meeresschlick und Schlamm sind weitere Begriffe, die letztlich alle unter den Begriff der Mineralerde, nicht aber unter den Begriff der Heilerde fallen. Sie unterscheiden sich in der Gewinnung, der Zusammensetzung und in den Anwendungsgebieten voneinander. Wenn Sie natürliche Erde, egal ob für Ihre Gesundheit oder aber für Ihre Schönheit, kaufen möchten, achten Sie am besten auf die Zusammensetzung und darauf, ein wirklich reines Naturprodukt zu kaufen. Synthetische Stoffe oder Konservierungsmittel sowie Farbstoffe können durchaus in einigen gängigen verkauften Mineralerden enthalten sein, sollten aber auf jeden Fall vermieden werden.1

 

1Gabriele Zimmermann: Heilerde für ein gesundes Leben, Herbig Verlag, 2010, S. 17-30.