Gewinnung der Mineralerde – Wie entsteht Heilerde?

Mineralerde GewinnungDie Gewinnung und Herstellung von Mineralerden geschieht, je nach Art der Erde, auf verschiedene Art und Weise. Gemeinsam haben alle Erdarten, dass sie bereits in der Eiszeit entstanden sind. In dieser Zeit haben die Gletscher Gestein und Felsen zu Staub zermahlen. Es gibt Ablagerungs-Erdarten, bei denen der Wind den Staub zusammen getragen hat sowie auch Ablagerungen, die aus Zersetzungen von Feldspat entstanden sind. Hinzu kommt Tonerde, die während der Zersetzung aus sogenanntem Eruptivgestein entsteht (Montmorillonite). Die Basis für die Gewinnung der Mineralerde bildet Löss. Dieser setzt sich aus vielen verschiedenen Bestandteilen zusammen, wie zum Beispiel Quarz, Tonerde-Silikate, Mineralien, Spurenelementen und Kalk. Quarz besteht unter anderem aus Kieselsäure, Kalk aus Silizium-Verbindungen. Die unterschiedlichen Farben der Heilerde entstehen dabei durch die unterschiedliche Zusammensetzung von Eisen, Kupfer und Magnesium. Die vielen Mineralstoffe decken fast die gesamte Palette der vom Körper benötigten Mineralien ab. Manche von ihnen sind so fest geworden, dass sie nicht mehr in Wasser gelöst werden können. Andere können mithilfe von Flüssigkeit an den Körper abgegeben werden, wie zum Beispiel Aluminium, Kalzium, Kalium, Eisen, Natrium, Magnesium und Silizium.

 

Gewinnung und Herstellung verschiedener Mineralerden

Bei der Gewinnung von Mineralerde werden verschiedene Verfahren eingesetzt. Damit die gewonnene Erde keim- und schadstofffrei ist, wird sie tief unter der Erde abgebaut. Zusätzlich finden bei der Herstellung der Mineralerde Prozesse bei hohen Temperaturen statt, wie etwa das Trocknen in praller Sonne, in Öfen oder durch Pasteurisieren. Auch nach dieser Bearbeitung werden der Erde keinerlei zusätzliche Stoffe wie Konservierungs- oder Hilfsstoffe beigefügt. So handelt es sich bei guter Mineralerde stets um ein reines Naturprodukt.

Grüne, weiße und rote Mineralerde stammt ursprünglich aus Frankreich und wird dort zum Beispiel in der Provence abgebaut. Hier wird diese Mineralerde nach der Gewinnung unter der Sonne getrocknet, nachdem sie in grobe Stücke zerteilt wurde. Daneben gibt es aber auch weitere Gewinnungsgebiete, in Deutschland zum Beispiel in Mecklenburg Vorpommern. Für die Herstellung wird nach dem Trocknen die Mineralerde fein zermahlen.

Lavaerde (Ghassoul/ Rhassoul) wird ausschließlich in Marokko im Atlasgebirge abgebaut, genauer gesagt 200 Kilometer entfernt von der Stadt Fes. Hier wird sie bereits seit Jahrtausenden als Wasch- und Pflegemittel sowie für die Schönheitspflege verwendet.

Moor entsteht, indem sich Pflanzenreste durch Sauerstoffmangel nur unvollständig abbauen. So entsteht Feuchthumus oder Moorerde. Durch die Verwesung entstehen heilsame Säuren, wie etwa die Huminsäure, sowie Wachse, Harze, Schwefel, Fette und pflanzliche Hormone. Torf entsteht in Mooren, er bildet eine mindestens 20 Zentimeter dicke Schicht in Moorgebieten. Er enthält zahlreiche Mineralien und die gleichen Inhaltsstoffe wie auch das Moor.

Schlamm gehört ebenfalls zu der Mineralerde. Die Gewinnung kann zum Beispiel in Seen und Flüssen geschehen, wo sich am Boden weiche Sedimentschichten bilden, welche eine hohe Anzahl an organischen Zersetzungsprodukten enthalten. Besonders, wenn ein hoher Anteil an Schwefel enthalten ist, eignet sich diese Mineralerde zu Pflege- und Heilungszwecken. Zu Schlamm gehört auch der Meeresschlick, der zusätzlich eine Vielzahl an heilenden Meersalzen enthalten kann.

Fango zählt ebenfalls zu den Mineralerden. Die Herstellung geschieht aus Schlamm, der eine Vielzahl an wertvollen Inhaltsstoffen enthält. Die Gewinnung dieser Art der Mineralerde geschieht, indem Algen für mindestens 60 Tage in warmen Thermalwasser reifen können. Während des Reifungsprozesses befindet sich das Wasser in einem mit vulkanischen Mineralien gefüllten Becken. Hierbei handelt es sich um die so genannte organische Reifung. In Deutschland wird dieses Verfahren abgewandelt durchgeführt. Nach dem Brechen des Vulkangesteins wird dieses erhitzt, gemahlen und erst später mit Mineral- oder Thermalwasser sowie evtl. weiteren Zusätzen wie Sole, Schwefel oder Radon.